Der regionale Diskurs zum Deutschen Lernatlas
Diskussionsveranstaltung in der IfB
Am Montag, 12.12.2011 veranstaltete die IfB-OWL einen Diskussionsabend zum Deutschen Lernatlas, der von der Bertelsmann Stiftung erarbeitet wurde. Frank Frick, verantwortlicher Programmdirektor in der Bertelsmann Stiftung, stellte Methodik und Ergebnisse der Studie vor. Moderiert von IfB-Vorstand Günter Garbrecht diskutierte er mit dem Fachpublikum die Zahlen für die Region OWL.
Mit dem Deutschen Lernatlas, der auf ein kanadisches Vorbild zurückgeht, strebt die Bertelsmann Stiftung danach, die Lernsituation in Deutschland auf kommunaler Ebene zu untersuchen. Sie widmet sich dabei nicht allein dem schulischen Lernen. Der Idee folgend, das Lernen ein lebenslanger Prozess ist, der sich an vielen Orten und in vielen Formen vollzieht, berücksichtigt der Atlas auch das berufliche, soziale und persönliche Lernen. Er nutzt dazu 38 Kennzahlen, die nach einem ökonometrischen Verfahren gewichtet werden.
Die Ergebnisse des Lernatlasses zeigen die kreisfreie Stadt Bielefeld und die Kreise in OWL auf unteren bis mittleren Plätzen. Bielefeld erreicht in seiner Vergleichsgruppe der kreisfreien kleinen und mittleren Großstädte Platz 38 von 52. In der Gruppe der insgesamt 144 Kreise im verdichteten Raum nehmen Paderborn (Platz 113), Gütersloh (Platz 116), Minden (Platz 138), Herford (Platz 140) und Lippe (Platz 144) hintere Plätze ein. Unter den Kreisen im ländlichen Raum erreicht Höxter Platz 52 von 81.
Die Diskussion widmete sich der Aussagefähigkeit der Studie, die Ursachen des schlechten Abschneidens in OWL und die Frage nach den Handlungsmöglichkeiten, um die regionale Situation zu verbessern. Frick wies dabei darauf hin, dass die Studie eine Momentaufnahme darstellt, die den Status zu einem bestimmten Zeitpunkt erfasst, aber nicht in der Lage ist, Entwicklungen zu erfassen. So können verschiedene in den letzten Jahren erfolgte Anstöße zur Entwicklung in der Region noch nicht in den Ergebnissen abgebildet sein. Er plädiert dafür, von den „hidden champions“ zu lernen: Kommunen, die trotz wirtschaftlich eher ungünstigen Ausgangssituationen gute Platzierungen erreicht haben, so dass ihre Werkzeuge und Maßnahmen Vorbildcharakter haben können. Wichtig scheint ihm vor allem ein Bildungsmonitoring, das sich in einem kommunalen Bildungsbericht niederschlägt. Damit ließe sich auch die Datenbasis für eine zukünftige Neuauflage der Studie verbessern, die in der Bertelsmann Stiftung diskutiert wird.

v.l.: Günter Garbrecht (MdL und IfB OWl-Vorstand), Frank Frick (Verantwortlicher Programmdirektor Deutscher Lernatlas, Bertelsmann Stiftung), Dr. Harald Hiltl (Geschäftsführender Vorstand IfB OWL)



