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„Gute Sprachkenntnisse sind das A und O!“

Jevgenija Prüßmeier verdankt ihren neuen Arbeitsplatz der beruflichen Weiterbildung

„Ich habe ganz früh gelernt, auf eigenen Beinen zu stehen“, sagt Jevgenija Prüßmeier. Mit 15 ging die Ukrainerin in die Schneider-Lehre. Mit 18 verließ sie ihre Eltern, um nahe der russischen Hafenstadt Wladiwostok Bekleidungstechnologie zu studieren. 2004 wanderte sie schließlich der Liebe wegen nach Deutschland aus. Inzwischen arbeitet die Mutter zweier Kinder als Bekleidungstechnische Assistentin bei dem Bönener Textildiscounter KiK.

„Von einem Ort zum anderen zu ziehen und dabei permanent etwas Neues zu lernen, gehört zu meinem Leben“, sagt Jevgenija Prüßmeier. Ehrgeizig sei sie schon als junge Frau gewesen. „Nur eine Ausbildung zu machen, hat mir nicht gereicht.“ Immer wieder zwangen private und berufliche Rückschläge die quirlige Frau dazu, zwischen Russland und der Ukraine zu pendeln. „Meine Eltern und ich kommen gebürtig aus der Russland. Später habe ich die ukrainische Staatsbürgerschaft angenommen.“ Nachdem sie im Jahr 2000 ihren ersten Mann durch Krankheit verloren hatte, beschloss sie, dauerhaft mit ihrem Sohn und ihrer Tochter in der Ukraine zu bleiben. „Die Konfektionsindustrie konzentriert sich dort und so hatte ich bessere Chancen einen Arbeitsplatz zu bekommen“, erklärt Jevgenija Prüßmeier. Schnell bekam die heute 37-Jährige einen gut bezahlten Job bei einem dänischen Bekleidungshersteller.

In der Ukraine Deutsch gelernt

2003 lernte sie ihren zweiten Mann kennen und folgte ihm mit ihren Kindern nach Deutschland. „Mit Hilfe meines Mannes habe ich mir sofort einen Job gesucht“, erzählt Jevgenija Prüßmeier. Da sie bereits in der Ukraine Deutsch gelernt hatte, fiel es ihr leicht, sich in der neuen Umgebung zurechtzufinden. „Gute Sprachkenntnisse sind das A und O, wenn man sich auf dem Arbeitsmarkt behaupten will“, weiß die lebhafte Frau. Vier Jahre arbeitete sie in einer Werbeagentur in Vlotho. „Dort konnte ich insbesondere meine kaufmännischen Kenntnisse und mein Wissen im Bereich EDV vertiefen.“ In dieser Zeit trieb sie nur ein Gedanke um: Endlich einen Job finden, der ihren Qualifikationen entspricht.

Unterstützung bei der Jobsuche

Die Chance bot sich, als sie in der Zeitung von dem Projekt „X-Port“ las. „Das Projekt wandte sich speziell an Menschen mit Migrationshintergrund aus osteuropäischen Ländern. Ich habe dort angerufen und mich beraten lassen.“ Später ließ sie sich in die Datenbank des Nachfolge-Projekts „Kompetenzwerkstatt Vielfalt“ in OWL aufnehmen. „Da ich endlich beruflich durchstarten wollte, habe ich alle mir zur Verfügung stehenden Möglichkeiten ausgeschöpft.“ Sie habe sich intensiv über den deutschen Arbeitsmarkt informiert und ein Bewerbungstraining absolviert. „Insbesondere die Berater der Deutschen Angestellten Akademie (DAA) haben mir dabei geholfen, aussagefähige Bewerbungsunterlagen zu erstellen und eine auf mich zugeschnittene Bewerbungsstrategie zu entwickeln “, erinnert sich die diplomierte Bekleidungstechnikerin. Die Bemühungen führten schließlich zum Erfolg. Seit September 2008 arbeitet Jevgenija Prüßmeier als Bekleidungstechnische Assistentin im Bereich Import des Textildiscounters KiK. „Obwohl mir der Neuanfang in Deutschland schwergefallen ist, fühle ich mich hier mittlerweile sehr wohl“, betont Jevgenija Prüßmeier. Für die Zukunft wünscht sie sich, dass sie mehr von ihren Sprachkenntnissen und ihrem kulturellen Hintergrund in ihre Arbeit einbringen kann. „Ich möchte gerne etwas zum interkulturellen Austausch beitragen.“

Infokasten Berufliche Weiterbildung (Bildungsgutschein)

Seit dem 1. Januar 2003 gelten im Rahmen der beruflichen Weiterbildung neue gesetzliche Richtlinien (Hartz-Kommission). Durch die Einführung von „Bildungsgutscheinen“ liegt die Auswahl von Weiterbildungsmaßnahmen nicht mehr bei der Bundesagentur für Arbeit, sondern die Arbeitssuchenden haben eine höhere Eigenverantwortung für ihre individuelle Weiterbildung. Ein Bildungsgutschein berechtigt zur Teilnahme an einer Maßnahme der beruflichen Weiterbildung. Die Kosten für die Weiterbildung werden von der Bundesagentur für Arbeit übernommen. Der Bildungsgutschein beinhaltet Angaben über den Themenschwerpunkt (Bildungsziel), die maximale Dauer und die Kostenübernahme. Der Gutschein hat nur eine begrenzte Einlösungsdauer und ist häufig regional begrenzt (Tagespendelbereich).

Einen generellen Anspruch auf einen Bildungsgutschein gibt es nicht - es ist eine sogenannte „Kann-Leistung", über die immer im Einzelfall entschieden wird. Die Möglichkeit, einen Bildungsgutschein zu bekommen, haben Personen, die arbeitslos gemeldet sind, sowie Personen, denen eine Arbeitslosigkeit droht, und für die eine Förderung notwendig ist. Die Entscheidung über die Förderung der beruflichen Weiterbildung wird dann von den Beraterinnen und Beratern in der zuständigen Agentur für Arbeit getroffen.

Sie sind an der Beruflichen Weiterbildung interessiert und wünschen persönliche Beratung? Dann  wenden Sie sich bitte an Ihre/-n zuständige Arbeitsvermittler/-in in der Agentur für Arbeit oder rufen Sie die Arbeitnehmer-Servicenummer: 0180 1 555 111 an.

Informationen zur Finanzierung von Förderung

Kompetenzwerkstatt MINT-Frauen in OWL

AQTIV für OWL

Kompetenzwerkstatt Vielfalt und Ausbildung

Die Projektpartner in der Kompetenzwerkstatt Vielfalt in OWL

Förderhinweis

Mit finanzieller Unterstützung durch den Europäischen Sozialfonds und das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen